Unser Wirken

Völkerverständigung und Traditionspflege

Die Bankenbruderschaften des Artushofs zu Danzig in Lübeck bestehen seit mehr als 500 Jahren und haben heute ihren Schwerpunkt in der Völkerverständigung zwischen Deutschen und Polen.

Seit mehr als 25 Jahren sind sie dem Historischen Museum der Stadt Danzig freundschaftlich verbunden, helfen bei der Wiederherstellung der Innenausstattung des Artushofs, fördern kulturelle Veranstaltungen und politische Symposien in Danzig und Lübeck, bieten Stipendien für polnische Studenten der Musikhochschule Lübeck und halten Kontakt zur Stadt Danzig und zum deutschen Konsulat. Nicht zuletzt pflegen sie die Erinnerung an das Erbe der Danziger Bankenbruderschaften durch umfangreiche Sammlungen historischer Dokumente und Kunstwerke sowie als Träger des Lübecker Museums Haus Hansestadt Danzig.

Die Banken bemühen sich um polnische Mitglieder in ihren Reihen und halten im Wechsel ihre Rechnungslegungen im Artushof ab. Die Stadt Danzig hat den Bankenbruderschaften 2014 die Ehrenbotschafterwürde verliehen und mehrere Bankenbrüder mit der St. Adalbert Medaille ausgezeichnet.

Völkerverständigung

Freundschaftsvereinbarung

Am 14. Mai 1999 wurde eine Freundschaftsvereinbarung zwischen dem Historischen Museum der Stadt Danzig und den vier Bankenbruderschaften des Artushofs zu Danzig in Lübeck unterzeichnet.

Die Unterzeichnung fand im wieder aufgebauten Artushof in Danzig im Rahmen eines feierlichen Festaktes statt. Beteiligt waren viele Bankenbrüder mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten, die Museumsleitung, Regierungsvertreter der Stadt und der Woijewodschaft Danzig sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft.

Die Vereinbarung ist für beide Partner zugleich eine Verpflichtung und eine Herausforderung. Sie stellt einen Brückenschlag dar für dauerhafte menschliche und kulturelle Beziehungen zwischen Polen und Deutschen.

Der Abschluss dieser Freundschaftsvereinbarung leitet in der Nachkriegsgeschichte der Banken eine neue, entscheidende Phase ein.

Der Weg zur Unterzeichnung der Freundschaftsvereinbarung war für die deutsche wie für die polnische Seite ein langer Weg, auf dem Hindernisse wie Misstrauen, Zweifel und Vorbehalte beiseite geräumt werden mussten. Für die Banken war es – allen voran – Günter Dowig, der die Idee der Annährung an den jetzigen Artushof, der einstigen Wiege der Banken, initiiert hat. Von den ersten tastenden Gesprächen bis hin zu seinen eindringlichen Hinweisen und Diskussionsimpulsen im Ausschuss, in den Banken und schließlich in Einzelgesprächen, war er immer wieder die treibende Kraft.

Aktivitäten

Nach Abschluss der Vereinbarung mit dem Historischen Museum der Stadt Danzig halten die Banken im jährlichen Wechsel ihre Rechnungslegungen auch im Artushof ab. Die Banken unterstützen finanziell die Wiederherstellung des Artushofs. Sie fördern durch kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen die freundschaftlichen Kontakte zur Stadt Danzig und deren polnischen Bürgern. Mittlerweile sind auch polnische Bürger aus Danzig Mitglieder der Banken geworden.

Die Vogtberichte bei den Rechnungslegungen befassen sich vornehmlich mit Themen der deutsch-polnischen Beziehungen, mit Danzig und mit der Hanse. Polnische und deutsche Repräsentanten sind dabei häufig zu Gast.

Unterschrift Historische Vereinbarung

Die Bilder dokumentieren die Begegnung in Danzig und …

Festakt der Historischen Vereinbarung_

… den Festakt der Unterzeichnung

Paraphierung Vorvertrag

Die Paraphierung des Vereinbarungstextes im April 1998 v.l.: Adam Koperkiewicz, Edward Sledz, Martin Gerike, Günter Dowig, Edwin Mokwa